Zeltanhänger – Das „etwas bessere“ Zelt?

Vor- und Nachteile eines Zeltanhängers

Es ist doch eine wirklich schöne Vorstellung, fast schon romantisch, einfach los zu fahren um dann am Ziel „einfach“ „schnell“ das Zelt aufbauen. Komplett, mit Küche, einem festem großen Bett und allem was das Camperherz höher schlagen lässt.

Doch geht das wirklich so schnell un bequem? Oder wird dem Zeltliebhaber von den Vertreibern der Zeltanhänger das nur vorgegaukelt?

JEIN

Je nach Typ kann es teilweise fast genau so lange dauern bis das Hauszelt auf Rädern steht wie mit einem herkömmlichen großem Zelt. Manchmal bedarf es auch einer zweiten Person. Mein Campwerk Economy (der Kleine) kann meiner Erfahrung nach sehr wohl von nur einer Person im Handumdrehen aufgebaut werden – wenn man auf das Vorzelt verzichtet. Für eine einmalige Übernachtung perfekt. Und dann in das bereits gemachte Bett? Ja! Allerdings. Kein LuMa aufpumpen, kein Schlafsack aus der Hülle wursteln denn das Bettzeug kann direkt auf dem großen Bett gelagert werden. Ein riesiger Vorteil gegenüber dem Zelt. Man schläft wie Zuhause.

Hat man sich für ein Modell mit integrierter Küche entschieden (was ich jedem nur wärmstens empfehlen kann!) sind sogar kleine kulinarische Pausen auf der Autobahn mit einer beinahe vollwertigen Küche möglich! Wobei wir auch schon beim geeigneten Zugfahrzeug angelangt sind: kaum ein Zeltanhänger wiegt mehr als 1,5 Tonnen, die meisten bewegen sich (voll beladen versteht sich) zwischen 500 kg und 1300kg, obwohl das schon meist die Obergrenze für einen Familien Urlaub ist. Alle Campingutensilien passen in den Anhänger, man hat also viel Platz im Zugfahrzeug für Kind und Kegel! Und damit nicht genug! Für die kleineren der „Klappis“ benötigt man nicht einmal einen BE Führerschein da man selten über die 3,5 T Grenze kommt. Somit reicht meist schon ein Klein- oder Mittelklassewagen aus um die Baumwollvillen von A nach B zu befördern. Die geringe Höhe macht sich auch in Punkto Verbrauch bemerkbar. Und auf Fähren oder an Mautstellen. Dort ist man meist um einiges günstiger wie mit einem Wohnwagen! Wieder Zuhause passt der Zeltanhänger dann gut in eine Tiefgarage oder auf einen kleinen Stellplatz. Diesen Punkt kann man als Vor- und als Nachteil sehen, denn ein weiterer Parkplatz kostet Geld, ist meist aber günstiger, als ein Parkplatz für einen Wohnwagen. Und damit fängt auch schon die nächste Problematik an: musste das Zelt bei Regen abgebaut werden, möchte es natürlich wieder trocken gelagert werden – sprich man benötigt Platz (und eine gute Portion Sonne)

Vom Platzangebot kann man die meisten Zeltanhänger mit dem, eines großen Hauszeltes vergleichen. Jedoch, und das ist der ausschlaggebende Punkt, bei deutlich niedrigeren Aufbauzeit. Wer das Raumklima eines Zeltes mag, der macht auch bei einem Zeltanhänger nichts falsch. Meist hat dieser sogar eine noch dickere Außenhaut und trotzt der Kälte einen Tick besser. Wie auch bei einem Zelt muss gerade in den etwas kälteren Jahreszeiten auf eine leistungsstarke Heizung zurückgegriffen werden denn die schöne warme Luft entweicht naturgemäß schnell durch das Baumwollgewebe. Zu Gunsten des „Zeltfeelings“ 🙂 Das Bett ist meist auf dem Anhänger angebracht und damit weit weg vom Boden. Nässe oder Kälte haben Mühe diesen Meter Höhe zu überwinden, so dass sie nicht von oben kommen. Dies bringt meist auch einen kleinen Nachteil mit sich da man eine Leiter o.ä. benötigt um auf das Bett zu klettern. Besser sind da die sog. Seitenklapper. Deren Betten werden vom Anhänger nach links und/oder nach rechts weggeklappt. Der Anhänger bildet sozusagen eine Stufe und ist damit der Mittelpunkt des Anhängers. Oftmals kann man hier auch einen Tisch aufstellen und ganz bequem mit bis zu 4 Personen sitzen, essen oder spielen. Ein Nachteil der Seitenklapper ist auf jeden Fall der fehlende Stauraum und damit eine Isolationsschicht unter den Betten. Darin begründet sich aber auch zugleich ein Vorteil: kein Element des Grundaufbaus berührt den Boden und kann schmutzig werden!

Möchte man öfter freistehen, so kann ein Zeltanhänger im Falle einer Strafe ordentlich zu Buche schlagen. Teilweise vierstellige Beträge werden hier fällig! Hier wird man als Zelt behandelt. Auf Campingplätzen ist das wieder anders herum: man wird auf einen Wohnwagen Stellplatz verwiesen, denn man fährt ja einen Anhänger. Ob die Betreiber Angst um ihre schönen Zeltwiesen haben oder einfach mehr an einem WoWa Stellplatz verdienen stell ich hier mal nicht in Frage 😉

Nicht zu vernachlässigen ist der hohe Anschaffungspreis gegenüber einem Zelt. Gerade in den letzten Jahren haben viele Anbieter auf Grund der hohen Nachfrage ihre Preise deutlich erhöht. Wer sich aber gut umschaut und ggf. sich mit Zelten auskennt, kann sicherlich einen guten Gebrauchten erwerben. Hierbei unbedingt auf den Zustand des Zeltes achten! (Stockflecken, unfachmännisch geflickte Risse, rostige Stangen, etc.)

Vergleichen wir einen Zeltanhänger mit einem Wohnwagen, so gibt es einen klaren Nachteil des Zeltes auf Rädern: es gibt keine festen Wände, eine Dusche oder ein abschließbares Klo. Ok, manch einer ist kreativ und baut sich ein „Sanitär Zelt“ an das eigentliche Zelt, aber zugegeben, das kann der Wohnwagen besser 😉 Preislich hat meist der Zeltanhänger die Nase vorne, sowohl beim Kaufpreis als auch im Unterhalt.

 

Für mich ist ein Zeltanhänger immer noch eine spitzen Sache! Gerade für Urlaubsfahrten auf ein bestimmtes Ziel auf dem man ein paar Tage bleibt. Ein Langzeitroadtrip stellt andere Anforderungen und mit diesen kommt, soviel wird mir von Tag zu Tag mehr bewusst, der Zeltanhänger nur mit viel Improvisationstalent klar. Dennoch bleibt es in meinen Augen „Geschmackssache“ ob jemand lieber zeltet, klappt oder mit dem Wohnwagen/Wohnmobil reist

 

 

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