Zeltnägel, Heringe und Erdnägel

Jeder der schon einmal Zelten war kennt dies:

Der Zeltnagel mag einfach nicht in den Boden!

 

Oder:

Wenn er einmal drin ist, dreht er sich ständig wieder heraus. Noch frustrierender ist, wenn das Zelt komplett abgespannt ist und nach einem kräftigen Windstoß plötzlich alle Abspannseile lose am Zelt hängen und du die Zeltnägel in der (meist durch den Regen matschigen) Wiese suchen darfst.

Ärgerlich, aber dafür gibt es eine Lösung!

Vorab eine Begriffsklärung: Ich spreche von Zeltnägeln, oftmals hört man auch von Erdnägeln, Bodenanker oder Heringen. Nein, damit sind nicht die Fische gemeint und sie werden auch nicht „Häring“ geschrieben 😉 Soviel mal als Funfact.

Mancher Outdoor Ausstatter macht aber Unterschiede in der Begrifflichkeit, also wundert euch nicht, wenn ihr vielleicht beim Kauf nochmals nachfragen müsst, um das richtige Produkt zu erhalten.

Bei den meisten günstigen Zelten sind sogenannte „Drahtheringe“ mit dabei – die klassischen Zeltnägel. Meist aus Edelstahl, dünn und am einen Ende um in etwa 100-110° gebogen. Die kennt eigentlich jeder.

In den meisten Fällen reichen die auch aus, um das Zelt zu befestigen (Wie das geht kannst du hier nachlesen)

Doch was, wenn der „verdammte Zeltnagel“ nicht in der Erde bleiben möchte? Ich selbst habe auch schon oft geflucht wenn ich vor diesem Problem stand. Aber eigentlich ist das gar nicht nötig, denn es gibt für jeden Boden den passenden Nagel.

(Alle hier vorgestellten Produkte findest du auch im „Shop“

in der Kategorie „MUST HAVES / Allerlei“)

Vorab sei gesagt, dass bei jedem Zelt, je nach Größe, aber auch nach der Windstärke, größere oder kleine Zeltnägel ideal sind. Für kleine 2-4 Mann Zelte reichen meist die kurzen 20-30cm Nägel, je größer das Zelt, desto größer der Nagel. Eigentlich logisch, oder?

Sandboden:

  • Sandbleche, V-Heringe oder Sandheringe *

    Diese sehen aus wie kleine Schaufeln und haben eine deutlich höhere Angriffsfläche als normale Zeltnägel, die sich einfach wieder lösen würden, sobald die Abspannschnur Zug ausübt. Auch bei leicht sandigem Boden einer Wiese können diese Zeltnägel schon viel ausmachen!

Kies- oder Steinboden

  • Hier kann der normale Zeltnagel“ * eine Lösung sein. Vielleicht sollte man einen dickeren, und damit stabileren nutzen, da, sobald der Nagel im Erdreich auf Stein trifft, er sich ganz schnell verbiegen kann (und das geht schneller als man denkt!)
  • Es gibt aber auch Zeltnägel mit Gewinde * die wie eine Schraube in den Untergrund gebohrt werden. Dafür benötigt man natürlich auch geeignetes Werkzeug wie z.B. einen Akkuschrauber * o.ä.
  • Wer nun (wie ich) ein bisschen auf sein Geld schauen muss oder möchte, der kann sich solche Gewindenägel *  auch selber bauen: Dafür einfach eine dicke Schraube * aus dem Baumarkt holen und pro Nagel zwei dicke Unterlegscheiben *. Et voila, fertig ist der Zeltnagel Marke Eigenbau!

„die normale Wiese“

  • Meist reicht der „normale“ Zeltnagel * aus, man sollte aber dennoch darauf achten, ob eventuell Steine oder Kies im Untergrund vorhanden sind. Ich persönlich nutze dann keinen anderen Hering, sondern versetze einfach den Nagel um ein paar Zentimeter bis er passt 😉 Keine unbedingt elegante Lösung, aber praktisch.

wenn die Wiese aufgeweicht ist / Schlammiger Boden

  • Für solche Fälle nutze ich gerne die T-Heringe *. Wie der Name schon sagt, sind das Zeltnägel, deren Querschnitt die Form eines T´s hat. Diese Nägel sind äußerst stabil und werden oftmals bei Großzelten verwendet. Zudem haben sie ähnlich der Sandheringe * eine große Angriffsfläche. Viele besitzen am Kopf noch eine Stahlstange um die man das Abspannseil herum legen kann damit es einen guten Halt am Nagel hat. Da ich sie schon benannt habe, Sandheringe * erfüllen hier auch ihren Zweck.

Felsboden

  • Fels ist eine Herausforderung. Aber nicht unmöglich! Es gibt spezielle Felsheringe * zu kaufen die im alpinen Bereich oft benutzt werden. Sollte man absolut keinen Hering in den Boden bekommen, kann man sich auch mit etwas größeren Steinen aus der Umgebung Abhilfe verschaffen: „Einfach“ die Zeltschnüre um die Steine wickeln und auf den Boden legen.

Oftmals sieht man auch Kunstoffnägel *. Ich persönlich halte nichts davon, auch wenn die meisten dieser Produkte deutlich günstiger sind. Meiner Erfahrung nach rächt sich das aber nach ein paar Jahren, denn die Haltbarkeit ist nicht zu vergleichen mit Stahl.

Holznägel * sind eine gute Alternative. Leider habe ich dazu kaum Erfahrungen, da ich selbst lieber Stahl benutze. Dennoch möchte ich sie hier aufführen. Holznägel gibt es in unterschiedlichen Varianten und sind in ihrer Form mit Stahl oftmals vergleichbar und dazu noch ein Tick günstiger

Für alle Zeltnägel (außer natürlich die mit Gewinde) empfehle ich einen Gummihammer *. Nicht zu weich, eher aus festem Gummi. Ihr werdet merken, der Weichmacher verschwindet so oder so nach einiger Zeit..

Das hat den Vorteil, dass der Zeltnagel nicht durch z.B. einen Eisenhammer am Kopf beschädigt wird. Ich persönlich finde es auch angenehmer zum hämmern, denn der Gummihammer federt ein wenig.

 

Welche Erfahrungen hast du mit Zeltnägel? Welche benutzt du am liebsten? Fehlt DEIN „Lieblingsnagel“ in dieser Auflistung? Lass es uns wissen! Teile deine Erfahrungen mit uns und hinterlasse doch einen Kommentar! Wir freue uns auf dein Wissen.

 

(Alle hier verlinkten und mit “ * “ gekennzeichneten Produkte sind sog. Afiliate Links; d.h. wenn du diese Produkte auf Amazon über diese Links kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht, Amazon hat lediglich weniger Gewinn 😉

Vielen Dank für deine Unterstützung!)

1 Kommentar zu „Zeltnägel, Heringe und Erdnägel

  1. Hallo Rapha,
    Für normalen Boden / Wiese können die Nylonschrauben durchaus eine Alternative sein. Zumal es diese auch in den unterschiedlichen Ausführungen gibt. Auf unserem Stammplatz bei Maulbronn nutzen viele diese Heringe. Man braucht halt einen Akkuschrauber dazu, den aber viele wegen der Kurbelstützen eh dabei haben. Ich selber habe noch keine, überlege aber die Anschaffung für den Sommer in Ostfriesland.
    Euch noch eine schöne Zeit!

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