DIY VW Crafter Camper Van

Nach (fast) einem Jahr unterwegs ist es mir tatsächlich schwer gefallen, wieder zurück in eine Wohnung gehen zu müssen. Irgendwann kam dann auch der Entschluss, die schon bereits während des Roadtrips 2017/18 erstellten Zeichnungen eines eigenen, nach den persönlichen Bedürfnissen ausgebauten Kastenwagen, wieder ans Tageslicht zu bringen. Von der Idee, bis zum Kauf des Fahrzeugs lag dann nicht mehr viel Zeit.

Aus diversen Gründen wurde es dann schlussendlich ein VW Crafter mit langem Radstand. Ganze 7 Meter. 2 Meter breit. IMG_2220Und mit allen Solarzellen und Fenstern fast 2,90 Meter hoch; mit aufgebautem Kamin sogar 3,40 Meter. Bei 4,30 Meter Radstand.

Im Innenbereich ergibt das ohne die Trennwand bis zu 4,6m x 1,75m Wohnraum. Gute 8 m². Mehr als das, hatte mein Kinderzimmer auch nicht 😉 Anders als bei vielen Standard Campern von der Stange wollte ich einen langen Gang und das Bett vorne. Wer von euch einen Hund hat, der weiß, wie viel Dreck der rein tragen kann. Daher die „Schmutzschleuse Bad“. Zudem hat eine separate Eingangstür auch thermischen Vorteil: Dadurch, dass ich den Vorhang zwischen Bad und Wohnraum schließen kann, und die Türe deutlich kleiner ist als die Seitentüre bei der sich normalerweise bei einem Kastenwagen der Eingang befindet, verliert man deutlich weniger warme Luft beim Öffnen. Zudem ist sie auch „Nachbarschafts freundlicher“; die Seitentüre macht schon einen Krach beim Schließen… Was mir ganz wichtig war, Jacky bei schlechtem Wetter auch „indoor“ auslasten zu können. 4,5m Laufstrecke zuzüglich 1,5m Fahrerhaus zum reinklettern, also Agility Training, reichen tatsächlich aus, um mal einen Ball, bzw ihr „Schweini“ zu werfen. Raus in den Regen zum Gassi gehn wir aber dennoch 😉

Ich selbst bin nur 174cm groß, daher war es für mich schon eine Überlegung wert, das Bett quer einzubauen. Gewagt bei nur 176cm Breite… Nach einigem Testliegen im leeren Transporter habe ich mich dann dafür entschieden. Nach dem ersten Jahr muss ich sagen, 10cm mehr wären nicht schlecht, darüber hinaus empfände ich für meine Größe als Platzverschwendung. Das Bett ist übrigens klappbar, so dass zwei (zugegeben, kurze!) Menschen bequem auf 140cm Breite Platz finden. Der anfängliche Lattenrost aus Holz hat sich leider nicht lange gehalten, das Gewicht und die Temperatur- und Feuchtigkeitswechsel haben ihn leicht durchhängen lassen. Ich bin auf Systemprofile aus Aluminium umgestiegen und bin begeistert! 4x4cm sind für eine Bettkonstruktion sogar zu viel, das nächste Mal nehme ich nu 3×3 (und baue Schränke und Küche auch daraus, aber mit 2x2cm 😉 )

Eine große Küche war mir wichtig. Ich breite mich gerne aus, wenn ich etwas zubereite und das ist den meisten Campern nahezu unmöglich oder man muss an Küche und Tisch gleichzeitig arbeiten. Auch die Größe des Spülbeckens war mir wichtig. Ich will einfach eine stink normale Pfanne ohne mich zu verrenken abspülen können! Eine Besonderheit ist sicherlich, dass ich kein Gaskochfeld habe, sondern über Strom koche. Momentan 4 x 100Ah LiFepo4 Batterien und ein 3Kw Spannungswandler leisten gute Dienste. Gefüttert werden diese übrigens großteils vom Dach aus, durch insgesamt 640w Solarpower zzgl eines Faltpaneels für die Windschutzscheibe mit 120W. Ok, im Winter in Deutschland reicht es leider nicht immer aus, aber alle zwei drei Tage lädt man dann eben über die Lichtmaschine nach. Zur größten Not ist ein kleiner Kartuschenbrenner auch noch dabei. In Frühjahr, Sommer und Herbst reicht die Energie locker aus! Ich betreibe rein elektrisch einen 1600w Backofen, ein 1800w Induktionsfeld, alle elektrischen Kleingeräte, Licht und Pumpen, Heizung und einen 600w Boiler. Klar, niemals alles auf einmal, aber im Schnitt sind das zwischen 700 und 1000 Wh am Tag. (zum besseren Vergleich: Frühjahr+Herbst ca. 500 Wh Solar Ertrag / Tag; Sommer bis zu 2,5 kWh/Tag!)

Wasser habe ich zu genüge: 105L im Wassertank und 42L in Kanister reichen mir bei geschickter Nutzung gut zwei Wochen. Trotz Duschen und Wäschewaschen!

Zum Kleider waschen ist eine kleine Camping Waschmaschine an Board. Dafür fahre ich aber meist einen Stellplatz an, denn die braucht nicht gerade wenig Wasser und Strom für heißes Wasser.

Einen Schrank habe ich natürlich auch, direkt neben meinem (Schreib-) Tisch. Dort drin sind alle meine Kleider, mein Büro und meine Bücher. Obwohl Jacky sehr oft neben mir auf dem Bett liegt und kuschelt, hat sie ihren eigenen Platz unter dem Tisch. Gerade an wärmeren Tagen liegt sie gerne dort. Ca. 2 Jahre nach Einzug kam auch noch ein Feststoffofen der Marke Dickinson an Bord. Ein Luxus den ich mir gerne gegönnt habe! (Video zum Umbau)

Heute, ein gutes Jahr nach Ende der Bauphase, vermisse ich die Zeit, in der ich fluchend in der Karre gestanden habe. Damals habe ich das wohl noch ein wenig anders gesehen..

Ich muss gestehen, ich habe während des gesamten Ausbaus nicht ein einziges Bild gemacht! Dafür aber alles gefilmt, über diesen Link gelangst du direkt auf die Youtube Playlist.

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